Tag 8

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Es ist erst 5 Uhr Nachmittags aber ich schreibe trotzdem schon ein paar Zeilen. Ich habe mich heute Morgen nach dem Frühstück erst einmal hier zuhause an die Arbeit gemacht. Drucken, laminieren, Flaschen basteln etc. Es geht voran. Ehe ich mich versah, war es schon Nachmittag und obwohl mich ständig dieses Gefühl bedrückt, dass vor der Haustüre New York liegt, wollte ich mich heute voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren. Am Abend habe ich bereits Pläne, deshalb fiel es mir leichter, tagsüber drinnen zu bleiben. 

Die erste Geschichte ist schon zur Hälfte verpackt. Das Ganze nimmt aber doch mehr Zeit in Anspruch, als ich Anfangs dachte. Aber es wird. 

Ich habe tagsüber immer die Türe zum Wohnzimmer offen, damit ein bisschen Tageslicht in mein Zimmer kommt und irgendwann erschien da ein Typ, den ich nicht kannte und grüßte mich freundlich. Er war ein Freund von Stephanie und auf der Durchreise hier. Schon verrückt, wenn man in seinen "eigenen" vier Wänden ständig fremde Menschen trifft. Aber irgendwie auch ganz nett. 

 

Irgendwann am Nachmittag tauchte Russ auf und brachte einen riesigen Einkauf nachhause. Heute startet das Sommerkino am Dach der Bar "Our Wicked Lady". Russ kocht dafür immer Essen, das dann an die Leute gegen freiwillige Spenden ausgegeben wird. Ich hatte das Kino ganz vergessen. Am Vormittag hatte ich mit Luq ausgemacht, dass ich ihn auf ein Bier einlade, damit ich mich für seine ganze Hilfe mit den Bewerbungen in New York bedanken könnte. Also verschoben wir unser Treffen von Long Island City (Queens) nach Bushwick und wir treffen uns einfach eine Stunde bevor der Film anfängt in der Bar. Zwei Fliegen. Ich arbeite noch eine Weile aber als Russ anfing das riesige Essen zu kochen, konnte ich nicht anders, als anzubieten, ihm zum helfen. Die letzten paar Stunden war also kochen angesagt. Mittlerweile ist alles im Ofen und ich kann nicht glauben, wie schnell der Tag vorübergegangen ist. Irgendwie fühle ich mich gut, weil ich viel geschafft habe, aber andererseits zerreisst mich fast die Vorstellung, dass ich die Stadt heute nicht ausgenutzt habe. Aber so ist das wohl, wenn man im hier tatsächlich arbeitet und wohnt - meine gewohnten Spaziergänge werden sich wohl oder übel minimieren.

 

Der Lichtblick: Der Mai ist in meinem Kalender bereits voll: 

 

8.5. Treffen mit Luq & Freiluftkino "Our Wicked Lady", Bushwick

9.5. Video Shoot: Narrating City

10.5. Patrick's Band "Caged Animals" @Pianos (East Village)

18.5. House of Vans Party, Greenpoint, mit Brian & Friends

22.5. "The Happy Film" Screening & Q+A Stefan Sagmeister

24.5. Jon (Café Beit) spielt im Lucky 13 Saloon

27.-28.5. Queens Bookfestival

 

Jetzt ist es 17:20 und ich schau mal wieder raus, was in der Küche so los ist. Vielleicht schreibe ich später noch ein paar Zeilen, vielleicht nicht, mal sehen :-) 

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Jap. Ein paar Zeilen ist der Abend schon noch wert. Wir sind gerade von "Our Wicked Lady" zurückgekommen. (23:27 Uhr) Es wurde "The Goonies" gezeigt, ein 80er Jahre Kinder-Abenteuerfilm, anscheinend ein Klassiker, der bisher an mir vorbeigegangen war. Es erinnerte mich ein bisschen an "Stand by Me", den ich sehr sehr liebe. Außerdem bin ich mir sehr sicher, dass die Serie "Stranger Things" ganz stark davon beeinflusst wurde – der Soundtrack war praktisch derselbe. 

Obwohl es draußen ziemlich kühl war heute Nacht, lies sich das Freiluftkino auf alle Fälle aushalten und das Essen war mega gut. Wie immer. Luq und ich trafen uns ein bisschen früher in der Bar und unterhielten uns über Bücher, Literaturevents und er erklärte mir ein bisschen von der Kunst Comics zu schreiben und malen, was zu meiner Überraschung ziemlich interessant klang. Luq ist der High-School Freund von Chris, der bei dem großen Verlag "Simon & Schuster" im Rockefeller Center arbeitet. Schon allein deshalb ist es keine schlechte Idee die Connection aufrecht zu erhalten, aber auch sonst war es nett mal wieder mit ihm zu quatschen. (...) Jetzt hab ich grade Pause vom Schreiben gemacht um noch einmal vom übergebliebenen Essen einen kleinen Tacco zu essen. Ach, so gut. Aber zurück zum Wesentlichen. Das war mein Tag. Unaufgeregt aber produktiv. Morgen gibt es hoffentlich wieder mehr zu berichten, wenn wir es denn wirklich schaffen das Video zu drehen. 

 

Gute Nacht.