Tag 29 - 31

Zurück Zuhause

 

Neuer Blog, neuer Monat. Fast. Der Umzug des Blogs hat mich viel Zeit und Nerven gekostet, also entschuldigt die Verspätung. Das Problem war, dass auf der alten Seite kein Speicher mehr kostenfrei zur Verfügung stand. Ich wollte aber den alten Blog nicht einfach so raus löschen, weil ich den nirgends gespeichert hatte und ich gerne die Texte mit den Bildern beisammen haben will, so wie ich die Artikel letztes Jahr geschrieben habe. Deshalb ist es für mich gerade einfacher, den neuen Blog zu kopieren - der hat außerdem noch weniger Einträge :-)

Aber das braucht Zeit und alle Bilder müssen neu hochgeladen werden… 

 

Aber zurück zu meinen letzten drei Tagen. 

Am Tag 29 standen wir früh auf. Wir wollten gegen 10 Uhr in Burlington losfahren, um spätestens um 22:30 das Auto am JFK zurückzubringen – das war unsere Deadline. Um 9 Uhr trafen wir Carol zum Frühstück bei Cracker Barrel – einer anderen Kette, die ich noch nicht kannte. Dort war alles auf Western oder Südstaaten dekoriert und es gab klassisches amerikanisches Frühstück. Ich hatte Blueberry-Pancakes und bottomless Filterkaffee! Der Tag konnte nicht besser starten. Wir hatten den größten Spaß beim Frühstück, als wir bemerkten, dass uns die beiden älteren Damen am Nebentisch immer ein bisschen komisch anstarren. Wir wussten erst nicht genau wieso. Stephanie hatte mir zuvor extra gesagt, wir sollten uns beide lieber die Jeansjacke über das ärmellose Kleid ziehen, weil wir für den konservativen Laden vielleicht ein bisschen zu viel Haut zeigen. Die hatten wir also brav an. Dann bemerkten wir den Grund für ihr Starren. Wir hatten Carol gerade vom Breakout-Spiel am Vorabend erzählt. Wenn man diese Art des Spieles aber nicht kennt, kann sich das vielleicht etwas komisch anhören. Stephanie: „Mir wurde schon ein bisschen mulmig im Bauch, als die mich mit verbundenen Augen und Handfesseln in diesen Raum gesperrt haben. Das ist schon ein bisschen komisch, dass ich dafür Geld bezahlt habe um das freiwillig zu machen und dann dachte ich daran, wie das sein muss, wenn das jemanden wirklich passiert…“ Ohne genügend Information kann man das schon mal ein bisschen falsch verstehen.

 

Mit vollem Magen und unzähligen Tassen Kaffee starteten wir auf den Highway in Richtung Norden. Das Wetter war wieder schön und wir ließen die Fenster so lange wie möglich offen. Die Fahrt war gut, der Stau hielt sich in Grenzen, wir machten regelmäßig kleine Pausen und unterhielten uns gut. Ich machte auch ein kleines Interview mit Stephanie für meine mucbook Kolumne, die am Donnerstag wieder erscheint. 

 

Wie das eben immer so ist: Wenn man mit dem Auto Heimatbesuch macht, kommt man mit dreimal so viel Gepäck zurück. Stephanie nutzte die Chance und nahm so viel wie Möglich von ihrem Elternhaus mit, sogar ihre Skier hat sie eingepackt, weil sie im letzten Winter keine Möglichkeit hatte sie nach NY zu transportieren. Also fuhren wir mit dem Auto erst einmal in unsere Wohnung und packten alles aus, bevor wir das Auto weiter zurück zum JFK fuhren. Am Ende kostete uns das Auto sogar ganze 100$ weniger, als zu Beginn gebucht. 

 

 

Tag 30

 

Am Dienstag freute ich mich erst einmal auf das Beit. Viel zu lange war es her, dass ich in meinem Lieblingscafé vorbei geschaut, geschweige denn dort gearbeitet habe. Nach dem Frühstück machte ich mich gleich nach Williamsburg auf. Ich freute mich wirklich sehr darauf und als ich zur Tür hinein kam, winkte mir Patrick sofort entgegen. „Na endlich!“ schrie er, „wo warst du so lange?“ Zum Glück konnte ich meinen Roadtrip vorschieben, der zwar nur ein paar Tage und keine ganze Woche dauerte, aber immerhin lenkte es vom Thema ab. Wir unterhielten uns ein bisschen über den Süden der USA und seine Eigenheiten. Es war ein super witziges Gespräch, wir lachten Tränen. Oh, ich war glücklich, wieder in der Stadt der Fußgänger zu sein. Wieder das Gefühl vom Zurückkommen. Wieder fühlte es sich so richtig an. 

Ich setzte mich an einen einzelnen kleinen Tisch im vorderen Bereich des Cafés, machte den Laptop auf und begann das Interview von Stephanie, das ich am Handy aufgezeichnet hatte, abzutippen. Das dauerte… Länger als ich dachte. Wir hatten tatsächlich ganze 40 Minuten geredet. Wir sind beide schnelle Sprecherinnen, sodass das Mittippen ohnehin schwierig wäre, aber ich musste ja gleichzeitig auch noch auf deutsch übersetzen. Der Nachmittag zog an mir vorbei, die Gäste und Schichtwechsel im Café genauso, ich bekam nichts mit. Erst als ich meine leere Tasse zurück brachte, sah ich Chris hinter dem Tresen und ich bemerkte, dass ich wohl nicht einmal aufgeschaut hatte, während ich geschrieben habe. 

Ich hatte auch nicht bemerkt, dass mein Magen bereits zu knurren begonnen hatte. Ich hatte Hunger, ich habe Mittag verpasst. Es war gegen 16:00 Uhr oder so, als ich die Ubahn zurück nach Bushwick nahm und mir ein paar Nudeln kochte. 

 

Eine Stunde später stand dann auch schon Brian vor der Tür. Er, Stephanie und ich hatten uns vor einigen Tagen Tickets für das Frightened Rabbit Konzert gekauft. Wir verabredeten uns mit Stephanie in einer Bar, in der Nähe vom Brooklyn Steel, wo das Konzert stattfinden sollte. Ihr Freund Gersom, den ich auch schon ein bisschen kenne, arbeitet dort als Barkeeper, was wir uns natürlich ein bisschen zunutze machten.

Das Konzert war wie immer ein Traum! Frightened Rabbit ist einfach eine meiner absoluten Lieblingsbands und obwohl die Jungs aus Schottland sind, habe ich sie bisher nur in New York live gesehen - 3 Mal! Und auch die Band selbst sagte auf der Bühne: Ich habe das Gefühl wir spielen in letzter Zeit viel öfter in NY als in Glasgow. 

 

 

Tag 31

 

Heute sollte es regnen. Es sollte kalt sein. Ich sollte arbeiten. So war der Plan. Und dann war es sonnig. Es war heiß. Ich war lieber draußen. Brian und ich sind ein bisschen durch die Parks von Brooklyn gezogen, er wollte einen Skatepark nach dem anderen ausprobieren und ich habe mein Buch deshalb auf einer Parkbank nach der anderen weiter gelesen. Brooklyn Flair lag in der Luft und ich genoss den Sommertag in der Stadt, die Kiddies beim Basketballspielen, die Hipster beim Smoothies-Schlürfen, der Rest der Stadt beim Fidget Spinner spinnen. 

Letzteres muss ich vielleicht erklären. Vor ein paar Wochen ist hier ein Trend aufgetaucht. Der ist wirklich total neu, aber hat sich innerhalb von Tagen unglaublich schnell verbreitet. Fidget Spinner sind der Renner! Das ist ein Plastikteil, dass man mit den Fingern spinnen lässt, einfach so, nebenbei. Ist irgendwie beruhigend und macht aus unerfindlichen Gründen süchtig. Man kann nicht aufhören. Stephanie musste für ihren Bruder und ihre Mutter welche in Chinatown kaufen und mitbringen und ich durfte auch einen davon haben. Auf den Straßen sieht man mittlerweile überall Leute dieses Ding drehen, Kids fahren damit Skateboard und der Tankwart vertreibt sich die Langeweile damit. Im Internet tauchen mehr und mehr Tricks damit auf, ich bin gespannt, wann das Teil nach Europa kommt. 

 

Auf jeden Fall hatten wir einen schönen, heißen Sommertag in verschiedenen Parks. Danach liefen wir durch Greenpoint und aßen Polnisches Essen, wie es sich in der Nachbarschaft gehört. Und dann machte mich mich doch noch an die Arbeit. Das schlechte Gewissen ließ mich nicht los. Am späten Nachmittag strich ich alle restlichen Pläne und legte los. Urlaub ist jetzt erst einmal vorbei…  

 

(Auf einem Foto seht ihr die Verpackung von einem Drive-Through-FastFood-Restaurant namens CookOut. Das war super lecker aber erst nach dem Essen habe ich gesehen, dass die Bibelzitate auf ihrer Verpackung haben! Verrückt, diese Südstaaten)