Tag 54

Pride Weekend #1

Stephanie hatte heute einen freien Tag. Im Sommer haben sie sogenannte Sommer-Freitage und müssen nur Halbtags arbeiten. Sie haben aber auch die Möglichkeit einen Freitag bis zum Abend zu arbeiten und dafür einen anderen komplett frei zu nehmen. Das machte sie heute. Für das Pride-Wochenende. 

 

Ich schlief heute zum Glück wieder ein bisschen länger und stand erst kurz vor 10 auf. Ich frühstückte und telefonierte mit meiner Schwester, während nach und nach die anderen aus ihren Zimmern kamen. 

Danach setzte ich mich an meinen Computer. Mein alter Chef von maxdome, Stan, hat mich um einen Gefallen gebeten, ein klein bisschen Übersetzungsarbeit, für die er im Gegenzug ein bisschen Geld an Narrating City spendet. Das konnte ich natürlich nicht abschlagen, also machte ich mich an die Arbeit. Gegen 13:00 Uhr war ich fertig und Stephanie und ich machten uns auf den Weg in die Stadt. Also Manhattan. Dort trafen wir uns mit ihrer Freundin Diana, die diese Woche zu Besuch ist. Für die Pride Parade am Sonntag mussten wir noch ein paar Accessoires besorgen und so klapperten wir den ganzen Nachmittag diverse Verkleidungs- und Beauty-Geschäfte und dergleichen ab. Es war ein schöner Nachmittag. Wir spazierten vorwiegend im Greenwich Village, wo ich meine Augen immer besonders offen halte für bekannte Gesichter. Wo aber auch die ganze LGBT-Szene in New York entstand. Hier gibt es die Christopher Street, die Gay Street, das Gay Liberation Monument im Christopher Park und und und. Diesen Monat hängen hier überall die Regenbogenfahnen. Überall! In den Geschäften wünscht man sich "Happy Pride", wie zu Weihnachten oder Silvester. Es war eine schöne Stimmung und wir machten uns aus unseren Besorgungen einen netten, lustigen Nachmittag.

 

Dazwischen aßen wir Thailändisch im Galanga an der West 4th Street Ecke 6th Avenue, weil das Dianas Lieblingsrestaurant in der Stadt ist. Danach mussten wir noch in Läden in Soho, also spazierten wir weiter in den Süden. Der ganze Spaß dauerte den kompletten Tag, aber keine Minute war verschwendet. Wir fanden durch Zufall diese tolle Halle, deren Eingang wie eine Zufahrt für ein Lager aussah, mit diesem Plastikvorhang in der großen Stahltür. Dahinter fanden wir aber eine bezaubernde kleine Markthalle, in der es allerlei Schmuck, Vintage, Kunst, Sonnenbrillen und Dinge dieser Art gab. 

 

Um kurz vor 20:00 Uhr taten unsere Füße zwar schon ein bisschen weh, aber wir schleppten uns noch einmal ein paar Blocks weiter in den Norden und bogen dann nach Osten ins East Village ab. Im Tompkins Square Park sollte ein Drag Queen March starten, den Stephanie um nichts in der Welt verpassen wollte. Also setzten wir uns unsere neu erworbenen regenbogenfarbenen Blumen auf den Kopf und marschierten mit. Auf halben Weg begann es zu regnen aber unsere Regenschirme hielten wir nur für zwei Blocks über unsere Köpfe, danach entschlossen wir: eh schon egal. Es war immer noch heiß und schwül, ich kann nicht genau sagen, warum ich patsch nass war, vom Regen oder Schweiß. Allesamt marschierten, tanzten und sangen wir über die Straßen. Auf den Gehwegen daneben reihten sich die Touristen und einige Bewohner auf ihren Treppen vor dem Haus. Alle winkten, feierten und klatschten mit. Es war herrlich. Die Leute um uns herum einzigartig und bewundernswert. Nicht nur in ihrer Fähigkeit mit den höchsten High Heels der Welt zu laufen. Wir spazierten mit bis zum Astor Place, von wo aus wir die Gruppe verließen und sie weiterziehen ließen. Wir bogen in Richtung Norden ab und gingen zurück zum Union Square, um den L-Train nachhause zu nehmen.

 

Auf dem Weg dort hin blieb ich plötzlich vor einem Café stehen und starrte hinein. Das kenne ich! Sofort war mir klar: Das ist das Café aus der ersten Szene der ersten Folge "Mr. Robot". Ich glaube es hieß in der Serie Ron's Café? In Wirklichkeit hat es einen anderen Namen, aber ansonsten ist es 1:1 dasselbe Set. Keine Angst Nikola, ich habe mir gemerkt, wo es ist, wir können hingehen, wenn ihr da seid. :-)

 

Unser Plan war zuhause kurz aus den Nassen Sachen schlüpfen und ab ins Nachtleben. Wir wollte tanzen. Wir wollten um die Häuser ziehen. Aber dann sagte irgendjemand die fatalen Worte: Lass kurz in die Hängematte setzen. 

Das taten wir und dann standen wir nicht wieder auf. Den Fehler hat jeder hier schon einmal gemacht. Jonathan und Russ zogen los, wir blieben liegen. Aber das Pride Wochenende hat ja gerade erst begonnen...

 

Zu Ende ist aber leider mein Speicherplatz dieser Jimdo-Seite schon wieder. :-/ Ich weiß noch nicht genau, was ich jetzt mache. Ich kann auf jeden Fall keine Bilder mehr hochladen, was sehr schade ist. Und ich befürchte auch der Text-Speicher ist bald voll. Mama vielleicht muss ich doch für ein Monat upgraden?