Tag 55

Überraschung am Dach

Ich schreibe heute schon einmal ein bisschen früher, weil wir Mädels uns gerade fertig machen zum Ausgehen. Keine Ahnung, wann wir zurück kommen, also nur schon mal zur Vorsicht ein kleines Update. 

 

Ich habe heute Vormittag wieder an meiner Geschichte gearbeitet. Das ging am Ende wieder bis ca. 15:00 Uhr, die Zeit rannte mir durch die Finger. Dazwischen sah ich mich ein bisschen nach Couchsurfing-Optionen in Montreal um. Ich dachte mir, vielleicht sollte ich doch noch einen kleinen spontanen Trip nach Kanada machen, bevor ich bald wieder abreisen muss. Mal sehen ob das was wird. 

 

Am späten Nachmittag hieß es dann wieder Mädels-Zeit. Wir spazierten zusammen zum Bodega (Deli), holten Getränke und Snacks und breiteten die Decken am Dach aus. Zum Glück wehte ein angenehmes Lüftchen, das die 30°C da oben um einiges angenehmer machten, als die gefühlten 40°C im Loft.

Wir quatschten uns die Seele aus dem Leib, als plötzlich zwei Typen um die Ecke kamen, die wir zuvor schon gesehen hatte. Sie schienen irgendetwas zu filmen, auf jeden Fall sind es keine Bewohner unseres Hauses, die kennen wir zumindest vom Sehen alle. Sie entschuldigten sich für die Störung und fragten, ob wir Lust hätten in ihrem Musikvideo aufzutreten. Wir fragten erst einmal ein bisschen nach, obwohl das ganze sowieso nicht wahnsinnig professionell aussah. Um die Ecke war eine ganze Gruppe an Leuten. Zwei davon, Zwillingsbrüder, seien Rapper und drehten auf unserem Dach – warum auch immer – ihr Musikvideo. Wir sollten einfach nur über das Dach spazieren und am Ende die Blätter eines zerrissenen Buches in die Luft werfen. Ok, das können wir machen. Wir stimmten also zu und machten den Jungs eine große Freude. Ich schätze, sie waren knappe 20 aber immerhin sind die Rap-Brüder tatsächlich in Buswhick geboren und aufgewachsen, was man nicht so oft antrifft. 

Wir hörten zuerst auch den Song und fanden ihn gar nicht so schlecht.  Es war witzig und die Szenen schnell im Kasten. Mal sehen, wie das am Ende aussieht, könnte peinlich werden. Deshalb erwähne ich den Namen hier erst einmal nicht. haha. 

 

Sobald die Mädels mit Duschen fertig sind, gehen wir zwei Blocks weiter in ein Lokal, das Steph und ich schon länger einmal ausprobieren wollten. Es hat einen netten Außenbereich und sah ganz süß aus. Später wollen wir – da es ja immer noch das Pride-Wochenende ist – ins Greenwich Village in Manhattan ausgehen. Die Regenbogenclubs werden heute bestimmt voll sein.

 

Seid gespannt, was ich morgen zu erzählen habe, ich freu mich drauf.