Tag 25

Bye Bye Maja

Es regnet wieder. Es ist gerade wirklich ein Auf und Ab mit dem Wetter. Gestern noch schön am Dach gegrillt (ich habe davon übrigens noch Fotos von Stephanie bekommen, die ich hier unten mit dran hänge) und heute schön so lange wie Möglich im trockenen Zuhause geblieben. 

Nach dem Frühstück setzte ich mich wieder ein bisschen an die Arbeit, Geschichte Nummer 3 ist im Anmarsch. Ich will alles soweit vorbereiten, damit ich nach unserem Wochenendtrip direkt damit beginnen kann, sie aufzuhängen. Außerdem ist jetzt as erste Kapitel der ersten Geschichte auch online zu finden auf narratingcity.com

 

Am Nachmittag musste ich dringend Wäsche machen, es wird langsam knapp... Mirella und Maja mussten zum Supermarkt, deshalb machten wir gemeinsam einen kleinen Ausflug daraus. Dieses Mal zu einem anderen Waschsalon, auch nicht weit von uns. Ich habe noch eine zweite Bett-Garnitur von Maja bekommen und wusch deshalb alle Laken, Handtücher und den ganzen Kram gleich mit. Mein Zimmer ist jetzt noch ein bisschen schicker geworden. Und richtige europäische Bettwäsche! Während die Wäsche sich drehte, rannten wir über die Straße zum City Fresh und kauften die letzten Snacks für Majas Reise und Mirella und ich schlugen beim Angebot 2xPeanut Butter für $5 zu. Im Dollar-Store gegenüber holte ich mir noch schnell eine $1-Tasche für die Wäsche, die ich auch als Weekender für meinen Ausflug morgen verwenden kann. 

 

Gegen Mittag machten wir uns die übrigen Burger von gestern Abend. Wir hatten nur leider kein Brot mehr, also gab es Bürgerlaibchen in Salatblatt. Mit den gegrillten Auberginen, Ketchup, Ikea-Senf und ein paar frischen Tomaten war das allerdings überraschen lecker. Als ich als letzte der Reihe meinen Burger zusammengestellt hatte und mich zum Tisch umdrehte hauten die anderen schon rein: Chase, Themma, Maja und Mirella - alle vier standen um den Küchentisch und aßen. Sie standen! Wir haben Hocker! Ich rief ganz überrascht: "Kinder, setzt euch hin zum essen! Ihr müsst doch zum Essen sitzen!" Chase lachte laut los und fragte, ob das ein Österreich-Ding ist. Zum Glück aber kam mir Maja zur Hilfe und sagte: "Nein, sie hat recht, es ist ungesund im Stehen zu essen. Das stimmt schon." Und dann war für die anderen klar: "Ok, also ist das ein Europa-Ding". Ich musste heute den ganzen Tag daran denken, ich fand das super witzig. Ich meine, ganz egal ob das gesund oder ungesund ist, man will doch beim Essen gemütlich sitzen oder nicht? Chase argumentierte, dass er im Stehen besser verdauen würde und sich manchmal absichtlich nicht hinsetzt. Verrückte Leute, diese Amis. 

Am Nachmittag packte ich Majas letzte Sachen in ihre drei Gepäcksteile und half ihr ihren Rucksack richtig einzustellen. Zum Glück konnten wir das Gewicht gut aufteilen, der Check-In sollte also kein Problem sein. Dann gingen wir nochmal alles durch: Sie zählte Dinge auf und ich sagte ihr, wo die in ihrem Gepäck zu finden sind. Nur von einem kleinen Brief inklusive Unken-Anstecker weiß sie nichts, der unter ihren Klamotten versteckt ist :-) Der Unken-Anstecker reist jetzt also nach Taiwan und hoffentlich weiter nach Tibet und Bali. Der hätte auch nicht gedacht, dass er noch die ganze Welt sieht, nachdem er jahrelang irgendwo verstaubt herumlag. 

 

Als Abendessen kochte ich für Mirella, Maja, Themma und mich Pasta mit Gemüse und obwohl ich mir noch dachte: Jetzt koche ich einmal für die Mädels und mache nur sowas Langweiliges, wie ich es so oft koche, empfanden die anderen es als ganz was Besonderes. Zucchini sind offensichtlich nicht so ein Alltags-Gemüse wie bei uns. Alle waren ganz begeistert von den Nudeln. Ich musste ein bisschen lachen, als sie so davon geschwärmt haben. 

Das letzte gemeinsame Abendessen. Danach war es so weit. Maja musste endgültig los. Themma und Jonathan boten an, sie zum Flughafen zu fahren und Mirella, Mike und ich hüpften mit in den Van. Wir fuhren sie zum JFK und dann flossen tatsächlich bei allen Tränen. Endlich lies sie alles raus. Endlich merkte man ihr die Anspannung an. Immer wieder atmete sie tief durch und versuchte sich zu beruhigen. Es passiert wirklich. So lange von New York weg zu sein, fällt ihr nicht leicht, und der Gedanke, was sie in Taipei erwartet auch nicht. Gestern hat ihr Bruder erzählt, dass es ihrem Vater um einiges schlechter geht und sie bitte nach der Landung sofort in den Zug zum Krankenhaus fahren soll. Scheinbar heißt es keine Minute verlieren. 

Deshalb war sie fest überzeugt sich wenigstens ein Upgrade für den Flug zu holen, worüber ich immer nur ein bisschen schmunzelte. In der Zwischenzeit hat sie uns aber bereits eine SMS geschickt, dass es geklappt hat - Mit Charme gratis in die Business-Class! 

 

Am Rückweg ließen Jonathan und Themma uns anderen am nächsten Terminal raus. Stephanie und ich hatten ja für unseren Wochenendausflug ein Auto gemietet, eigentlich erst ab Morgen. Da die Autovermietung aber am Flughafen ist, haben wir vorhin noch angerufen und gefragt ob wir es heute schon holen können. Da Maja nicht dabei ist und Stephanie Vormittags arbeitet, hätte ich morgen alleine hinfahren und das Auto holen müssen. Das wollte ich irgendwie umgehen und da wir sowieso am JFK waren, hat sich das bestens angeboten. Mike und Mirella waren so nett und begleiteten mich. Zum Glück, denn als mir die Dame was von den verschiedenen Maut-Karten erklärte, wusste ich nicht wirklich was ich machen soll. Also rief ich Mike an den Schalter und er kannte sich aus. Er navigierte mich auch zurück zu unserer Wohnung, wodurch ich mich auf den Straßenverkehr konzentrieren konnte. Das war wirklich eine große Hilfe! Zum Glück ist Parken vor unserem Haus super einfach und gar kein Stress. Ich kann also morgen gemütlich ausschlafen, packen und warten bis Stephanie aus der Arbeit kommt. Dann geht's los: Road Trip!