Tag 63

Ein perfekter Sonntag

Als Stephanie und ich am Samstag Abend in Gersom's Bar ("Reclamation") waren, haben wir uns mit ihm und seinem Barkeeper-Kollegen zum Sonntags-Brunch verabredet. Gersom und Stephanie sind schon seit fast 10 Jahren befreundet, sie gingen zusammen in die Schule, sind praktisch Bruder und Schwester. Zumindest könnte man das glauben, wenn man die beiden sieht. :-) Gersom's Freund Danny kennen wir mittlerweile auch schon ein bisschen, die beiden haben meistens gemeinsam Schichten und wir waren ja auch nicht das erste Mal in der Bar, hihi. 

Da es am Samstag Abend mit dem ganzen Trubel sehr spät wurde, und wir erst um 4:00 Uhr ins Bett kamen, vereinbarten wir 13:00 Uhr Brunch. Das klingt spät, ist hier aber eine ganz normale Brunch-Uhrzeit. Alles davor ist praktisch Frühstück... Schon beim Schlafengehen war mir klar: Das war die beste Idee, ich will am Sonntag Morgen nicht unbedingt hier in der Wohnung sein, wenn gestritten oder diskutiert wird. (In diesen Tagen könnten wir Maja wirklich gut gebrauchen, sie könnte das alles hier regeln) Aber egal. Wir schliefen aus und spazierten um 13:00 Uhr los in Richtung East Williamsburg. Halbe Stunde spazieren, sagten wir beide, können wir gerne machen, anstatt den Zug zu nehmen. Ist ja nicht weit, ist man in NY ja gewöhnt. Ich hatte aber vergessen, dass ich noch keinen Kaffee hatte – sprich keine Nerven und keine Kraft. Es hatte bereits über 30°C als wir los gingen. Dort angekommen waren wir fix und fertig. Kaffee und Essen und Eiswürfel – so schnell wie möglich, bitte. 

Wir brunchten im Ringolevio, nahe dem Graham Stop. Es war der perfekte Brunch-Spot. Witziger Kellner, unglaublich gutes Essen, faire Preise und tolle Atmosphäre. Steph gönnte sich "Waffles & Eggs", Gersom "Steak&Eggs" (haha), Danny ein Omlette und ich natürlich die guten alten Eggs Benedict, die ich so sehr liebe. Es war un-be-schreib-bar lecker. Vielleicht auch, weil ich das Essen so dringend brauchte, aber egal, jeder Bissen war ein Traum. Im Hinterhof und der Garage dort gab es eine Bar, die zum Restaurant gehörte und mit ganz viel altem, vintage Kram dekoriert war. Es gab retro Couchen, Stühle und Tische, Pflanzen und Zeug. Ganz viel Zeug. Es sah toll aus. Wir setzten uns "kurz" auf eine der Couchen und blieben hängen. Wir kamen nicht mehr auf. Wir waren voll gegessen, müde und uns war heiß. Eine Weile hingen wir also gemütlich auf den Sofas rum und quatschten. Dann machten wir einen Plan. Oder so etwas in der Art. Gersom wollte heute noch in sein neues Apartment umziehen und Danny hat angeboten ihm mit seinem Auto zu helfen. Da konnten wir kaum anders, als auch anzubieten ein paar Kisten zu schleppen. Also erledigten wir das als erstes. Wir fuhren zur Rec Bar, wo er einige seiner Dinge im Keller gelagert hatte und kutschierten sie mit Dannys Jeep in die Meserole Avenue in Gersoms neues Zuhause. Wir konnten uns nicht beschweren, es war genau für jeden von uns eine Kiste zu tragen, dann war er umgezogen. Wir waren allesamt erstaunt wie wenig Dinge er offensichtlich besitzt. 

Danach fuhren wir mit diesem tollen alten weißen (1991 Jeep Cherokee) nach Williamsburg zum McCarren Park. Steph und ich schmissen uns noch schnell in unseren Bikini, wir wollten nichts wie rein in den gratis Pool. Die Jungs chillten sich so lange in den Park und wir wollten einfach nur das kühle Nass auf unserer aufgeheizten, schwitzigen Haut spüren. Am Pooleingang platzte unser Traum. Die Schlange war unglaublich lang. Es war bereits kurz vor 6 Uhr abends, der Pool würde in einer Stunde schließen... Am Eingang stand ein Mann mit Megaphon und schrie in die Menge: "Zurückbleiben. Es kommt keiner mehr rein!"

Das war's also mit dem Abkühlen. Wir drehten um und setzten uns zu den Jungs in den Park. Sie hatten dort eine Gruppe von Freunden getroffen, zu denen wir uns dazu setzten. Es waren tolle Leute und wir hatten eine Menge Spaß. Ich fühlte mich wieder richtig Zuhause. Ein Nachmittag im Park mit Freunden. 

 

Nach ein paar Runden eines lustigen Spiels machten wir (Steph, Gersom, Danny und ich) uns auf zu einer bestimmten Bar, gleich am Anfang des Parks an der Bedford Avenue. Dort soll es super leckere frozen Margaritas geben, die man auch im Styroporbecher zum Mitnehmen haben kann. Damit liefen wir zurück in den Park und setzten unseren relaxten Sonntag fort. Am Abend kam auch noch Mirella zu uns, die es ebenso vermeiden wollte, nachhause zu gehen. Allesamt beendeten wir den Abend da, wo er begonnen hatte, in der Bar, in der wir Brunch hatten. Die wollten wir Mirella unbedingt noch zeigen und wir anderen waren gespannt, wie die Atmosphäre dot am Abend wirkt. Resultat: Genauso schön!

 

Danach fuhren wir heim. Steph und ich holten uns noch Tacos am Truck und klangen den Sonntag am Dach mit späten Abendessen und dem besten Ausblick der Welt aus.