Tag 69

letzter Tag in Montreal

Gestern Abend war ich ziemlich erschöpft, nachdem ich diesen Eintrag hier für euch getippt habe. In der Zwischenzeit kam mein Host nachhause und auch er arbeitete ein bisschen an seinem Laptop. Danach holten wir vom Deli nebenan kanadisches Bier und unterhielten uns auf dem Balkon. Als wir über die Musikszene in New York sprachen erwähnte ich wie verrückt die Stadt seit letzter Woche spielt, seit JayZ sein neues Album exklusiv auf Tidal veröffentlichte. Ich erwähnte nebenbei, dass ich es sehr gut finde und er fragte, ob ich bei Tidal wäre.. Nein, sagte ich, aber ich habe das Album von Freunden bekommen. Dann wurde er ganz aufgeregt. Wie? Auf dem Computer? Ich schickte es ihm sofort weiter und er war ganz hin und weg. In Montreal kommt alles zwei Wochen später, als in New York meinte er und selbst für NY Verhältnisse ist es kaum zu glauben, dass ich das Album bereits habe. 

 

Wir hörten also sofort rein, spielten es zweimal durch und ich machte ihm damit die größte Freude. Das war lustig. Um 11:00 Uhr lag ich auch schon im Bett, ich war fix und fertig. 

Heute Morgen ging ich wieder gegen 10:00 Uhr los. Ich holte mir um die Ecke einen Kaffee und ein Croissant und nahm dieses Mal die U-Bahn nach Downtown. Ich spazierte durch das klitzekleine Chinatown und kam durch Zufall in eine große Einkaufsstraße, in der offensichtlich dieses Wochenende ein Jazz Festival statt findet. Ich lief eine Ewigkeit herum und sah mich einfach um... Ich bin gerade wieder super müde, deshalb ist das heute die Kurzfassung, sorry.

 Als ich am Nachmittag hungrig wurde, holte ich Stephanie's Liste hervor und entschied mich endlich Poutine zu probieren, von dem sie so sehr geschwärmt hatte. Sie sagte, ich solle zu einem bestimmten Fast Food Imbiss fahren, der sich Orange Julep nennt. Der war am anderen Ende der Stadt, aber mit meiner U-Bahn-Karte war das kein Problem. Also nahm ich den Trip auf mich. Ich endete überraschender Weise in einer Gegend um eine Schnellstraße, in der zahlreiche Fastfood Ketten waren, die fast ausschließlich mit dem Auto besucht wurden. Schon aus der Ferne sah ich die riesige Orange inmitten eines Parkplatzes, zu der ich gehen sollte, also marschierte ich zwischen den Autos hindurch hin. Es begann zu langsam zu regnen und ich entdeckte, dass das "Restaurant" kein wirkliches Restaurant war, sondern nur über die Theke verkaufte. Es gab aber ein paar Tische unter Schirmen, die mich vor dem immer stärker werdenden Regen schützten. Die anderen Leute aßen gemütlich im Auto am Parkplatz. Ich bestellte ein Menü bestehend aus Poutine, Hot Dog und dem speziellen Orangensaft dieses Ladens. Es war sehr lecker, aber eben Fast Food. Kein Wunder, dass Stephanie das mag, sie liebt irgendwie alle Fast Food Ketten, haha. 

Im Regen lief ich zurück zur U-Bahn und fuhr ein paar Stationen zurück in das Viertel Mile-End, wo ich noch die anscheinend besten Bagels überhaupt kaufen wollte. Der Regen hat schon wieder aufgehört, als ich die U-Bahn verließ. Mal sehen, ob diese Bagels wirklich mit den Brooklyn Bagels mithalten können, anscheinend seien sie ganz anders, viele meinen besser. 

 

Dann neigte sich der Tag auch schon dem Ende zu. Ich war wieder viel gelaufen und merkte, wie müde ich wurde. Also fuhr ich zurück in die Wohnung und chillte ein bisschen. Jetzt ist es 18:30 Uhr, gegen 21:00 Uhr sollte ich mich los machen zum Busbahnhof, man soll eine Stunde vor Abreise da sein. Wir fahren um 23:00 Uhr los. Vielleicht fahr ich ein bisschen früher, ich habe immerhin nur einen Rucksack dabei, und schaue noch beim Jazz Festival vorbei... Dann geht's ab nachhause, morgen Früh sollte ich gegen 7:00 Uhr in New York ankommen. Ich freue mich schon wieder auf meine Stadt.