Tag ??

Letzte Woche

Letzte Woche waren meine Freundinnen zu Besuch. Und heute ist meine letzte Woche angebrochen. Die Überschrift macht also in mehreren Hinsichten Sinn. Ich konnte keine Zeit und Ruhe finden, letzte Woche einen Eintrag zu schreiben, also entschuldigt, dass es so ruhig war. Wir waren viel unterwegs und da die drei bei mir im Zimmer übernachtet haben, konnte ich auch nicht wie gewohnt die letzten Minuten vor dem Schlafengehen zum Schreiben nutzen. 

Jetzt sitze ich gerade im Café Beit und tippe bei sanfter Folk Musik und dem Geräusch vom Milchschäumer einmal wieder ein paar Worte für euch. Ich sitze an der Bar am Fenster und atme die endlich wieder kühle Brise ein, die mir so sanft wie die Musik ums Gesicht weht. 

Ich kann gar nicht alles erzählen, was wir letzte Woche so gemacht haben. Ich versuche mal eine Zusammenfassung davon zu schreiben. 

Niko und Kess kamen am Donnerstag Abend an. Genau rechtzeitig um noch beim letzten Tageslicht auf dem Dach zu sitzen. Endlich konnten sie sehen, wovon ich immer so viel geschwärmt habe. Und ich hatte offensichtlich nicht übertrieben, ihre Begeisterung war trotz meiner vielen Fotos und Schwärmereien immer noch riesig. Wir holten uns Tacos vom Truck und spazierten eine Runde um den Block. Es war ein verrücktes Gefühl, dass sie plötzlich hier waren. Surreal. 

Am nächsten Tag regnete es. Und obwohl ich mich darüber freute, war es natürlich nicht der beste Start in ihren New York Urlaub. Glaubten wir zuerst. Allerdings stellte sich heraus, dass es ein sehr guter Start war. Den Regen wünschten wir uns danach oft zurück. Außerdem unternahmen wir deshalb am ersten Tag all die Dinge, die man bei Regen macht. Wir fuhren zur Grand Central, NY Public Library, gingen ins MET (Metropolitan Museum of Art), hatten Lunch im Shake Shack und gingen danach noch in eine Galerie in Chelsea. Am Abend, nachdem wir den Strand Book Store noch geplündert hatten, trafen wir uns mit Stephanie und einem alten Schulfreund von ihr zum Abendessen. Wir gingen ins East Village in ein Indisches Restaurant, das ein wahres Erlebnis war. Stephanie wollte mich schon lange einmal dort hin mitnehmen. Jetzt weiß ich wieso. Es ist winzig, wie ein klitzekleiner Tunnel und von der niedrigen Decke hängen tonnenweise bunte Lichte, die einem beim Durchgehen über en Kopf streichen. Ich erzähle nicht alles davon und erkläre es nicht ganz genau – das muss man gesehen haben und das nächste Mal, wenn ihr mich hier besuchen kommt, nehme ich euch da hin mit. 

Auf der Heimfahrt beschlossen wir, noch einen kurzen Abstecher in die “Rec” zu machen (Gersom und Danny's Bar). Und so lernten die Mädels schon die ersten Freunde von mir kennen, bevor der Jetlag voll einschlug. 

 

Am nächsten Tag kam auch schon Sarah an. Wir holten sie von der Howard Beach Station ab und brachten sie nachhause. Und ganz ehrlich, danach habe ich keine Ahnung, was wir noch machten... Ab da wird es verschwommen, und die restlichen Tage sind wie ein wildes Knäuel an vielen Erlebnissen, die sich aber nicht mehr auseinander brechen und chronologisch aneinanderreihen lassen. Wir hatten eine Menge gutes Essen. Neben Indisch aßen wir Ethiopisch (Bunna Cafe in Bushwick), Italienisch in Nolita, die berühmte Vodka Sauce beim Italiener im West Village, Dumplings in Chinatown, Brunch im Kellog's Diner in East Williamsburg, im Juliette in Williamsburg und im Ringolevio in East Williamsburg, Bagels von Bagelsmith, zweimal Shake Shack, hatten Drinks im fancy Brownstone "Cafe Centrale" in Hell's Kitchen, Nathan's in Coney Island... und dazwischen immer wieder Tacos. 

Wir stöberten am Flohmarkt in DUMBO, liefen über die Brooklyn Bridge, spielten Karten im Central Park, auf der Highline, im Washington Square Park, East River State Park und im Café Beit. Wir hatten Margaritas im McCarren Park, shoppten Second Hand in Williamsburg, sahen einen Film auf der Dachterasse von "Our Wicked Lady" und tanzten mit ganz viel Glitter im Gesicht im House of Yes! Wir trafen uns mit Chris in einer Bar und hatten danach noch late-night-Bodega-Bier im geschlossenen Café Beit Patio. <3 Wir verbrachten einen Tag in Coney Island und fuhren mit Brian und seinem Auto zurück, was für die Mädels wieder ein neues schönes Erlebnis war.  

 

Rami Malek

Und dann hatten wir diesen einen Moment. Diesen Moment, der sich in unser aller Gehirn gebrannt hat und den wir nie wieder vergessen wollen. Wir (vier Mädels, alle verliebt in Rami Malek und die Show Mr. Robot) fuhren eines Nachmittags mit dem G-Train runter bis zur Church Avenue, wo Mr Robot anscheinend drehen sollte. Ich erklärte den Mädels lange, dass sie sich nicht zu viel erwarten sollten, wir wissen weder um welche Uhrzeit, ob drinnen oder draußen, noch wer von den Schauspielern drehen würde. Aber einen Versuch ist es wert und sonst sehen wir uns einfach die Gegend dort an. 

Als wir ausstiegen und ins Zwischengeschoß der Ubahnstation gelangten, die Überraschung: Ein Buffet und schwarze Mr.Robot-Regiestühle. Die drehen hier! In der Station!

Ich fragte bei einem Typen mit Walkie Talkie nach, der mir sagte, sie würden im Zug drehen, der immer wieder in und aus der Station fahren würde. Wir könnten nicht zusehen... Nagut. Wir liefen also draußen ein bisschen umher, suchten Klos und Snacks und kamen noch einmal zurück. Wir gingen zum Bahnsteig hinunter und liefen an dem stehenden Zug vorbei, vor dem die Schauspielerin Carly Chaikin stand. Es war also der Zug, in dem gedreht wurde. Das war offensichtlich. Langsam schlenderten wir vorbei und lugten hinein. Da saß er. Rami Malek auf der blauen Ubahnbank in seinem schwarzen Hoodie. Er lehnte mit seinen Armen auf den Knien und machte ein verrücktes Gesicht - offensichtlich in seiner Elliot-Rolle. Wir blieben abrupt stehen und klopften uns gegenseitig wie wild an die Schultern. Da ist er! Ich glaube keiner von uns schrie oder wurde laut aber es fühlte sich so an. Ich konnte unsere Herzen klopfen hören, unsere Aufregung kreischen. Dann hob er seinen Kopf und sah durchs Fenster zu uns raus. Unsere Aufregung war offensichtlich nicht zu übersehen als er uns direkt anblickte und er musste lächeln. Damit war es um uns alle vier geschehen. Aber wir mussten weiter laufen. Den Bahnsteg weiter hinunter, raus aus dem direkten Set. Von den Stufen aus sahen wir ein bisschen zu, wie der Zug in und aus dem Bahnsteig fuhr, irgendwann gingen wir zurück ins Zwischengeschoß und überlegten ob wir uns mit dem schönen Lächeln von Rami, das er uns schenkte, zufrieden geben und einfach heim fahren. Aber dann kam Sam Esmail, der Regisseur, vom Set zurück und wir beschlossen noch kurz zu warten. Sollten sie mit dem Dreh aufhören, oder Pause machen, müssen die Schauspieler hier vorbei. Kurz darauf passierte es tatsächlich. Rami Malek kam zusammen mit seinem Leibwächter oder was auch immer die Stufen hoch und an uns vorbei. Neben uns stand noch ein anderer Fan, eine Frau mittleren Alters, die genauso wie wir wieder 14 Jahre alt war, als er an uns vorbei lief. Er sah uns an und erwartete offensichtlich, dass wir ihm etwas sagen wollten, er nahm den Kopfhörer aus dem Ohr und sah uns fragend an. Doch wir bekamen kein Wort heraus. Wir standen nur da und sahen ihn an. Die Frau hinter uns rief: "You are amazing!", wofür er sich im Vorbeigehen bedankte. Wir waren eingefroren vor Faszination und bereuten eine Sekunde später bereits, dass wir die Chance nicht ergriffen haben. Irgendwas. Wir hätten doch nur irgendwas sagen müssen... Wir gingen nach oben an die Frische Luft und ärgerten uns und freuten uns zugleich darüber, dass er so sympathisch wirkte. 

Wenige Minuten später kam er ein paar Meter von uns entfernt aus seinem Trailer heraus und lief zurück in Richtung U-Bahn-Abgang, wo wir standen. Ok. Einfach nicht sofort hinsehen, erst wenn er nahe ist und dann etwas sagen. Worte. Laut. Ich sollte es machen, sagten sie zu mir, ich sollte ihn ansprechen. Ich atmete durch, drehte mich um und sah ihn kurz bittend an. Er wurde langsamer und ich sagte: "Wir wollen dich nur ungern stören, aber könnten wir vielleicht ganz kurz ein Foto mit dir machen?" Zum Smalltalk fehlte die Zeit, er war am Weg zurück zum Set, keine Chance, dass wir ein nettes Gespräch führen könnten. Aber zumindest ein Foto, vielleicht. Nur irgendetwas, das uns daran erinnert, wie er uns in die Augen sah. Er lächelte und sagte klar. Er stellte sich neben mich, und sah mich noch einmal mit seinen großen leuchtenden Augen, ein Blick, den man wirklich nicht so schnell vergisst. Ich dachte, er hätte sich diesen Blick für seinen Charakter in der TV Show überlegt, das ist aber offensichtlich sein wahrer Blick. Verrückt. Sein Bodyguard oder wer auch immer der Mann an seiner Seite war, machte ein Foto von uns und wir schwebten für wenige Sekunden im Siebten Himmel. Die nächsten paar Stunden konnten wir uns gar nicht mehr beruhigen. Wir redeten nur noch davon wie nett er war, wie toll seine Augen sind, wenn sie einem direkt in die eigenen Blicken und wie ich bitte für immer seinen Handabdruck auf meinem Rücken spüren will. Das klingt für alle verrückt, ich weiß. Wir waren wirklich kleine Fangirls, die sich fest vornahmen cool zu bleiben und damit schwer scheiterten. Wir waren alles andere als cool. 

Aber egal. Wir hatten zusammen etwas erlebt, über das wir uns alle vier gleichermaßen freuten und andere vielleicht nie verstehen können. Für uns war es das größte und wir sind uns ziemlich sicher: Er hat sich bestimmt ein bisschen in uns verliebt. Am Weg in die U-Bahn hinunter kam ihm ein Typ entgegen, der ihn auch nach einem Foto fragte. Zu ihm sagte Rami: "Sorry Dude, I'm working". 

Ha!  Das ist der Beweis. 

 

Ok was noch? Nach dieser Geschichte wirkt alles andere so unwichtig. :-)

Wir waren bei einem Sofar Sound Konzert in der LES (Lower East Side), wofür man die Tickets kaufen musste, um die Location zu erfahren. Es war am Ende eine alte Kirche, in deren Keller das Konzert war. Niemand wusste, wer auftritt, alles war geheim und machte das ganze Event super spannend. Wir wussten nur, dass Danny auftrat, er hat uns dazu eingeladen. Die beiden anderen Acts waren aber auch sehr, sehr cool. Insgesamt ein tolles Event. Vor der Show ließen wir uns die Nägel machen. In der Beauty Bar an der 14th Street und 2nd Avenue kann man für 10 Dollar einen Cocktail trinken und bekommt eine Maniküre dazu. Das ganze in einer stylischen alten Rocker-Bar und guter Musik. 

Am Mittwoch Abend bekam Kess ihr Geburtstagsgeschenk. Einen Abend im Comedy Cellar. Danny, Gersom und sein Date begleiteten uns. Wir Mädels gingen davor zum Abendessen und trafen die anderen an der Location um 11.30 Uhr.Es war fantastisch. Unglaublich witzig. Der legendäre Comedy Cellar, den ich bisher nur aus der Serie Louie kenne, ein paar Pitcher Bier und fünf oder sechs Comedians, die allesamt ganz toll waren. Einige kannten wir so ein bisschen. Von Saturday Night Life oder Louie. Einer davon sprach uns nach der Show vor dem Club noch an und wir quatschten ein bisschen mit ihm. Ein weiteres tolles Erlebnis. 

Wir machten so viel, die Zeit verging einerseits im Flug, andererseits erscheint die Woche jetzt wie ein ganzer Monat. So geht es mir hier schon seit einer Weile in New York, die Tage sind so voll gepackt, dass sie einem vorkommen, wie mehrere Tage hintereinander. Verrückt. Ich erzähle euch gleich noch eine weitere Geschichte, aber ich mache kurz Pause, bestelle noch einen Cold Brew und setzte mich irgendwo an eine Steckdose... 

 

Ok. Ich erzähle euch jetzt noch eine witzige Geschichte. In New York sieht man nämlich nicht nur ständig Filmsets und Dinge, die einen an Filme erinnern, man erlebt kleine filmreife Abenteuer sogar am eigenen Leib. 

Die Mädels und ich waren an einem Nachmittag in Chinatown und gingen in die Bar "Forgetmenot" in der ich mit Jonathan letztes Jahr einmal war. Ich fand sie toll und wollte sie ihnen zeigen. Es stellte sich heraus, dass Sarah bei ihrem letzten New York Besuch auch schon einmal dort war, was alleine schon einmal lustig ist. Ein hübscher Kellner mit Schnauzbart brachte uns zu unserem Tisch im hintersten Eck der Bar, wo wir uns günstige Cocktails bestellten und Karten spielten. Wie so oft. Ein paar Blocks weiter sollte an dem Abend wieder Mr Robot gedreht werden und wir entschieden uns ein bisschen hier in der Bar abzuhängen und vielleicht später noch vorbei zu schauen. Wir hatten das Set bereits davor entdeckt und mit dem Location Scout geredet, der uns sagte, dass sie ab 1:00 Uhr nachts hier auf der Straße vor "Elliots" Apartment drehen würden. Vielleicht bleiben wir ja so lange in der Stadt, wer weiß.

Wir spielten und spielten, die Zeit verging wie im Flug und ehe wir uns versahen, waren wir ganze fünf Stunden in der Bar und hatten eine Menge Spaß. (ich weiß, das erwähne ich immer wieder, ist aber wichtig). Der hübsche Kellner bediente den Außenbereich, also fragten Sarah und ich irgendwann bei ihm nach, ob er uns bescheid sagen könnte, wenn draußen ein Platz frei wird, dann würden wir gerne "umziehen". Ein bisschen weil wir tatsächlich im Freien sitzen wollten, ein bisschen auch wegen ihm. :-) 

 

Um Mitternacht machten sie den Außenbereich allerdings dicht und unser toller Plan löste sich damit im Nichts auf. Wir hatten trotzdem die beste Zeit im Forgetmenot und brachten die Stunden bis 1:00 Uhr ohne Mühe rum. Wir waren nicht sicher, ob der Kellner, der uns bediente es witzig oder nervig fand, dass wir stundenlang an unseren Cocktails nippten und Karten spielten. Als wir nach der Rechnung fragten, hatte er sie bereits in der Hosentasche parat und klatschte sie auf den Tisch. Darauf hatte er wohl gewartet... Danach sahen wir uns den Dreh noch ein bisschen an. Es dauerte eine Weile, bis sie tatsächlich starteten. Die Szene war cool und sieht nach einem wichtigen Moment in der dritten Staffel aus, Rami Malek war aber leider nicht dabei. Trotzdem spannend mit anzusehen...

 

Am nächsten Tag, als wir durch das West Village spazierten um zum Friends Haus und Carries Apartment zu gehen, trafen wir unseren Kellner (nicht den hübschen, den der uns bediente) wieder. Er saß mit einem Freund vor einem Restaurant und musste lachen, als er uns sah. Wir auch. Damit haben meine Freunde wenigstens gesehen, wie klein die Stadt manchmal ist, und dass es tatsächlich immer wieder passiert, dass man in New York Menschen zweimal trifft. Zufällig. Meet Cutes. Ich liebe sie.

Am Abend trafen wir uns mit Stephanie in Chinatown um endlich die lang ersehnten Dumplings zu essen. Danach nahmen wir Stephanie mit um ihr unsere neue Lieblingsbar zu zeigen. Unser Kellner vom Vortag lachte als wir ein kamen und auch der hübsche Kellner schien uns wieder zu erkennen. Dieses Mal wurden wir an einen anderen Tisch gebracht und beide schwirrten um uns herum, wir waren nicht ganz sicher, wer für unseren Tisch zuständig war. 

Wie wir Mädels eben sind, überlegten wir uns den ganzen Abend Pläne, wie ich den hübschen Kellner ansprechen könnte, alle vier hatten zahlreiche Ideen aber ich konnte mich nicht überwinden sie anzuwenden. Nur einmal ging ich an die Bar direkt zu ihm um mein Wasserglas auffüllen zu lassen. Das war eine Idee. Eine Idee, die zwar nicht schlecht war, aber nicht voll durchdacht. Ich hätte mir vielleicht auch überlegen sollen, was ich zu ihm sagen will, während ich auf mein Wasser wartete. Soweit hatte ich mir das aber nicht überlegt und deshalb endete das ganze eher in einem unangenehmen kleinen Smalltalk mit vielen langen Pausen, in denen wir beide nur dastanden und verschämt grinsten. Typisch ich, dachte ich mir. Egal, es war witzig. Wir spielten weiter Karten und hatten wieder einen netten Abend. 

Als wir die Rechnung von einer anderen Kellnerin bekamen, hatte irgendjemand meiner Freunde die glorreiche Idee, ich könnte doch meine Handynummer für den hübschen Kellner auf der Rechnung hinterlassen. Sowas funktioniert doch nie oder? Sowas geht nur in Filmen... Ich fand es peinlich, ließ mich aber dazu überreden, schrieb meinen Namen und Nummer "für den süßen Schnauzer-Typen" auf die Rückseite der Rechnung und stürmte danach so schnell wie möglich aus dem Laden während ich mich ein bisschen ärgerte, dass ich jetzt wahrscheinlich nie wieder zurück kommen kann. Viel zu peinlich... Keine zwei Minuten später, auf dem Weg zur U-Bahn wurde ich eines Besseren belehrt. Mein Handy vibrierte: "Hi hier ist Derek, der hübsche Schnauzer-Typ". Wir konnten es alle kaum glauben, dass das funktioniert hat. Und so schnell. Also blieb mir jetzt nichts anderes übrig, als zu fragen, ob er sich nach seiner Schicht noch treffen will. Sonst wäre das ganze umsonst gewesen. Stephanie war sich sicher, dass er in unserer Gegend wohnt – er sieht aus wie einer aus Brooklyn. So war es auch. Er wohnt in Greenpoint. Ich sagte ihm, dass wir noch in der Reclamation Bar unserer Freunde vorbei schauen und er versprach nach der Arbeit vorbei zu kommen. 

Unsere Heimfahrt zog sich ein bisschen, es war bereits nach 2:00 Uhr Morgens und die Ubahn lies sich Zeit. Kaum waren wir in der Rec Bar angekommen, rief er mich auch schon an. Er fährt mit dem Rad los und ist in 15 Minuten da. Verrückt. Keiner konnte glaube, wie einfach das Ganze am Ende von Statten ging. Da macht man sich zwei Abende stundenlang Überlegungen und Pläne und am Ende reicht eine kleine Notiz auf der Rechnung...  Es war so einfach und spannend zu gleich. Sowas geht doch nur im Film... sagte ich mir immer und immer wieder aber dank meiner Freunde passierte das Ganze tatsächlich IRL. (in real life). Er kam in die Bar, auf mich zu und fragte ob er denn der richtige Schnauzer-Typ sei. Wir lachten und er hatte das Eis damit sofort gebrochen. Er hatte recht, auch wir haben zuvor darüber gesprochen, dass es vielleicht noch einen anderen Typ mit Schnauzbart in der Bar gab und die Kellnerin die Notiz dem Falschen gab... wer weiß. Auch ich stellte klar, dass von den fünf Mädels am Tisch, ich die Notiz hinterließ – zum Glück hatte er sich das schon gedacht. Ich schätze meine Aktion an der Bar Wasser zu holen anstatt bei unserem anderen Kellner zu bestellen, war ein bisschen offensichtlich gewesen. Es war alles so witzig und spontan, dass es keiner von uns richtig glauben konnte. 

Und so habe ich zum Ende meines Aufenthalts  auch noch ein richtiges real-life-Date gehabt, das ganz ohne Tinder und so richtig altmodisch, super spontan zu Stande kam. Wenn es auch sonst vielleicht für nichts ist, ist es immerhin eine tolle Geschichte und gleichzeitig ein Erlebnis, das mir wieder ein bisschen mehr Selbstvertrauen und Mut gelehrt hat. Ein Sprung über den Schatten, ins kalte Wasser. Danke an meine Freunde, die mich geschupst haben. :-)

 

(alle Bilder sollten selbsterklärend sein, bis auf das erste. Das hat Mirella von Brian und mir am 4. Juli auf dem Dach gemacht und schon ein bisschen länger her. Aber analog fotografiert, also entschuldigt die Verspätung)